Neue Publikation: Martin, A. 2019: Kollektive Entscheidungsprozesse

Martin, A. 2019: Kollektive Entscheidungsprozesse. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft)

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Kollektive Entscheidungsprozesse entwickeln nicht selten eine Komplexität, die die Komplexität ihres Entscheidungsgegenstandes weit übertrifft. Sie sind oft unberechenbar, unstetig und voller überraschender Wendungen. Mehrdeutigkeit und Unbestimmheit prägen das Geschehen. Komplikationen entstehen zudem dadurch, dass sich die Suche nach Problemlösungen oft untrennbar mit interessenpolitischen Auseinandersetzungen verknüpft. Aber auch das unübersichtlichste Entscheidungsgeschehen gründet nicht im Chaos, es wird, unbeschadet von allen seinen Eigenheiten und Wendungen, vielmehr maßgeblich von ganz allgemein wirksamen Handlungstendenzen und Mechanismen bestimmt. Hiermit befasst sich das vorliegende Buch. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Betrachtung der strukturellen Aspekte der Entscheidungsfindung. Bedeutsame Forschungsergebnisse werden anhand ausführlicher Schilderungen bemerkenswerter Studien illustriert und erläutert.

Das Inhaltsverzeichnis des Buches findet sich in der folgenden pdf-Datei. (Dieser Blogpost wurde zuerst hier veröffentlicht.)

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Sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden Bd. 15: Qualitative Comparative Analysis (QCA)

Lasse Cronqvist

Qualitative Comparative Analysis (QCA)
Eine Einführung mit TOSMANA und dem QCA Add-In

Die mit Qualitative Comparative Analysis (QCA) verbundenen konfigurationellen Methoden haben sich in der letzten Jahrzehnten als eine eigenständige Methodenrichtung entwickelt, welche innerhalb der Sozialwissenschaften aber auch darüber hinaus vermehrt Aufmerksamkeit findet. Dabei hat rund um den ursprünglich als Qualitative Comparative Analysis bezeichneten Ansatz eine breite, sich in verschiedene Richtungen entwickelnde Methodenentwicklung stattgefunden.

Das Lehrbuch führt zuerst in die wissenschaftstheoretischen Grundlagen der konfigurationellen Methoden ein. Nach einer knappen Darstellung der mengentheoretischen Basis der Berechnungen, wird dann zuerst die ursprüngliche, auf dichotome Mengen aufbauende crisp-set QCA (csQCA) ausführlich dargestellt. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Darstellung der grundlegenden Prinzipien auch anhand von didaktischen Beispielen. Im weiteren Verlauf werden dann Weiterentwicklungen wie multi-value QCA (mvQCA) sowie das mit fuzzy-sets arbeitende fsQCA vorgestellt.

Die Ausführungen richten sich dabei vor allem an Studierende und Wissenschaftler, welche sich in die Methodik einarbeiten wollen und stellt daher eine grundlegende Einführung in die Grundideen der Analyse mit QCA dar, welche von Übungsaufgaben flankiert werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auch auf der Anwendung der Methodik mit einschlägiger Software wie TOSMANA (Tool for Small-N Analysis) und dem QCA Add-In, welches einfache Berechnungen mit den unterschiedlichen Varianten von QCA direkt in Excel ermöglicht.

Schlüsselwörter: Qualitative Comparative Analysis, QCA, fsQCA, csQCA, mvQCA, konfigurationelle Methoden

Dr. Lasse Cronqvist ist Akademischer Oberrat (LfbA) am Fach Politikwissenschaft der Universität Trier. Er beschäftigt sich intensiv mit Fragen der Methodologie in den Sozialwissenschaften und ist auch der Programmierer mehrere Programme für konfigurationelle Methoden (TOSMANA, QCA Add-In). Weitere Arbeitsfelder sind die politischen Systeme Skandinaviens und der BeNeLux-Staaten sowie die Parteienforschung mit Schwerpunkt auf liberale und grüne Parteien.

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Sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden Bd. 14: Faktorenanalyse

Pascal Jordan

Faktorenanalyse

Faktorenanalysen sind ein elementarer Bestandteil der sozialwissenschaftlichen Forschung. Als dimensionsreduzierendes Verfahren dienen sie häufig dazu, wenige, theoretisch gut interpretierbare Konstrukte auszumachen, die den Zusammenhang zwischen einer Vielzahl beobachtbarer Variablen statistisch erklären. Sie spielen somit zugleich bei der Operationalisierung nicht direkt messbarer Größen (wie z.B. Intelligenz) eine zentrale Rolle. Dieses Buch bietet eine Einführung in die Theorie der Faktorenanalyse mit Anwendungsbeispielen. Neben den klassischen Themen der Faktorwertschätzung und der Anpassung konfirmatorischer Modelle werden auch Fragen der Populationsinvarianz und Testfairness behandelt. Ferner wird auf die spezielle Rolle eindimensionaler Modelle eingegangen.

Der Fokus liegt dabei auf einem exakten Verständnis der zentralen Begriffe und Modellterme, da wohl kaum ein weiteres statistisches Verfahren derart verbreitete Missverständnisse und Fehlinterpretationen generieren kann. Insbesondere vor dem aktuellen Hintergrund einer Replikationskrise ist ein wirkliches Verständnis statistischer Verfahren gegenüber ihrer bloßen Anwendung unerlässlich. Die ausführliche Darlegung der theoretischen Begriffe in diesem Buch soll daher der notwendigen kritischen Auseinandersetzung des Forschers mit dem Verfahren dienen und insbesondere einer kochrezeptartigen Anwendung vorbeugen

Schlüsselwörter: Faktorenanalyse; Latente Variablen; Psychometrie; Messfehler

Pascal Jordan ist promovierter Statistiker. Seine Forschungsinteressen liegen in den Gebieten Psychometrie, Cognitive Modeling und stochastische Prozesse.

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Neue Publikation: „Zeitliche Verlaufsformen von Entscheidungsprozessen in Organisationen“

Das Garbage Can Model (Cohen/March/Olsen 1978; 2012) (GCM) wird häufig zitiert, allerdings weniger häufig als andere Organisationstheorien. Eine Suche bei http://www.scholar.google.com zeigt folgende Resultate:

  • „Garbage Can Model“: 14.300 Treffer
  • “Resource Dependence Theory”: 16.600 (“Resource Dependence Perspectice”: 20.400)
  • “Behavioral Theory of the Firm”: 25.200
  • “Transaction Cost Theory”: 34.600
  • “Rational Choice Theory” 78.500

Die relativ geringe Anzahl von Zitationen mag damit zusammenhängen, dass eine Arbeit mit dem Modell voraussetzungsvoll ist. Erstens ist ein mindestens rudimentäres Verständnis von Programmiersprachen allein schon deswegen notwendig, um das GCM angemessen zu verstehen. Zweitens ist nicht so einfach, mit dem Modell konkret in der Forschung zu arbeiten. Man kann zum einen den Weg der empirischen Studie wählen oder zum anderen den der Simulation. Empirische Studien sind anspruchsvoll, weil man z.B. Wissen über Entscheidungsgelegenheiten, Teilnehmer, Probleme und Lösungen benötigt. Man müsste u.a. wissen, wer an welchen Entscheidungen teilnimmt (Zugangsstrukturen), wie die hierarchische Position der Teilnehmer ist (Wichtigkeit), wie viel Zeit die Entscheider haben, wie ihre Zeit von anderen Problemen in Anspruch genommen wird, über welches Problemlösungswissen sie verfügen, welches Problem wie wichtig ist etc. Es dürfte sehr schwer sein, in Betrieben oder anderen Organisationen Zugang zu solchen Informationen zu erhalten. Dabei wäre es sicher interessant, etwas über die Entscheidungen der Deutschen Bank über die Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäfte oder über Bayers Entscheidung über den Kauf von Monsanto aus einer GC-Perspektive in Erfahrung zu bringen. Vielleicht wurden die ersten empirischen Studien mit dem GCM deswegen in Schulen und Universitäten durchgeführt, weil die Zugangsmöglichkeiten für die Forscher dort besser sind. Wenn man nicht – im engeren Sinne – empirisch mit dem GCM arbeiten will, wendet man das Simulationsmodell an. Man kann zu neuen Erkenntnissen kommen, wenn man die Annahmen und Parameter modifiziert und die auf dieser Basis resultierenden Ergebnisse der Simulationsläufe analysiert. Der meiner Kenntnis nach einzige Wissenschaftler im deutschsprachigen Raum, der sich intensiver mit dem CGM befasst und es weiterentwickelt, ist Albert Martin. Bereits in seiner Habilitationsschrift hat er eine modifizierte Version des ursprünglichen CGM angewandt und die Befunde seiner Simulationsläufe vorgestellt sowie diskutiert (Martin 1989). Jüngst hat er ein dem GCM sehr verwandtes Modell entworfen, das sich mit der Problemzuwendung befasst. Martin schreibt:

„Der Beitrag beschäftigt sich mit dem zeitlichen Verlauf von Entscheidungsprozessen in Organisationen. Anhand eines Simulationsmodells werden die zeitlichen Konsequenzen von Defiziten in der Problemzuwendung aufgezeigt. Als weitere Einflussgrößen werden der Problemzufluss,  die Problemlösungskapazitäten und die Problemlösungsfähigkeiten betrachtet, sowie die Schwierigkeiten und Hindernisse,  mit denen kollektive Entscheidungsprozessen in Organisationen konfrontiert werden. Das Simulationsmodell beschreibt das Zusammenwirken dieser Größen. Es zeigt, dass der zeitliche Verlauf von Entscheidungsprozessen ganz maßgeblich von strukturellen Parametern bestimmt wird, die sich nur in begrenztem Maße beeinflussen lassen, die sich also – paradoxerweise – dem willentlichen Entscheidungshandeln entziehen.“ (Das Papier kann hier heruntergeladen werden: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/195922/1/1663303703.pdf)

Literaturverzeichnis

  • Cohen, Michael D.; March, James G.; Olsen, Johan P. (1972): A Garbage Can Model of Organizational Choice. In: Administrative Science Quarterly 17 (1), S. 1–25.
  • Cohen, Michael D.; March,, James G.; Olsen, Johan P. (2012): A Garbage Can Model At Forty: A Solution that Still Attracts Problems. In: Alessandro Lomi und J. Richard Harrison (Hg.): The Garbage Can Model of Organizational Choice: Looking Forward at Forty (Research in the Sociology of Organizations, Volume 36) Emerald Group Publishing Limited. Howard House et al.: Emerald Group Publishing Limited, S. 19–30.
  • Martin, A. (1989): Die empirische Forschung in der Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart.
  • Martin, Albert (2019): Zeitliche Verlaufsformen von Entscheidungsprozessen in Organisationen. Ein Simulationsmodell der Problemzuwendung. Lüneburg: Heft 49. Schriftenreihe des Instituts für Mittelstandsforschung Universität Lüneburg. Zum Download: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/195922/1/1663303703.pdf

Bidquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Garbage_Can_Model_Arena.png

Neuerscheinung: Schwerpunktheft der Zeitschrift Industrielle Beziehungen: „Solidarität in der Arbeitswelt“, herausgegeben von Karina Becker, Ulrich Brinkmann und Stephan Voswinkel

Neuerscheinung: Schwerpunktheft der Zeitschrift Industrielle Beziehungen „Solidarität in der Arbeitswelt“, herausgegeben von Karina Becker, Ulrich Brinkmann und Stephan Voswinkel

Wir möchten Sie auf das neue Schwerpunktheft der Zeitschrift Industrielle Beziehungen aufmerksam machen, das sich mit Solidarität in der Arbeitswelt beschäftigt. Herausgegeben wurde dieses neue Schwerpunktheft von Karina Becker, Ulrich Brinkmann und Stephan Voswinkel.

Im Editorial der Herausgeber*innen heißt es:

„Solidarität ist zweifellos ein, wenn nicht der normative Kern der Gewerkschaftsbewegung und die Institutionen der Industriellen Beziehungen (Koalitionsfreiheit, Tarifvertrag, betriebliche Interessenvertretung, Sozialstaat) sind ohne Bezug auf sie nicht vorstellbar. Man könnte sich darüber wundern, dass erst jetzt ein Heft in Angriff genommen wird, das sich schwerpunktmäßig mit Solidarität in der Arbeitswelt beschäftigt. Wir meinen, dass dieses Schwerpunktheft gerade jetzt zur rechten Zeit erscheint und zwar deshalb, weil Solidarität auch und gerade im Feld der Industriellen Beziehungen umstritten und gefährdet ist und hinsichtlich der Frage, was Solidarität in der Praxis ausmacht und einschließt, alles andere als einhellig beantwortet wird. Schon seit längerem kennzeichnen Individualisierung, Ent-Kollektivierung, Exklusions- und Abgrenzungstendenzen das Forschungsfeld; parallel dazu lassen sich neue, translokale Formen von Solidarität beobachten. Vor diesem Hintergrund ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit Solidarität nötig, überfällig, aber auch herausfordernd.“

Das Editorial sowie alle weiteren Informationen zum Sonderheft finden Sie unter folgendem Link: Sonderheft Industrielle Beziehungen (Jg. 25, Heft 4)

Mit Beiträgen von:

  • Nora Lohmeyer, Elke Schüßler, Markus Helfen: Kann Solidarität „von unten“ in globalen Zuliefererketten organisiert werden? Der Fall ExChains
  • Martin Seeliger: Die soziale Konstruktion internationaler Solidarität. Gewerkschaftspolitische Positionsbildung im Bereich der Dienstleistungsfreiheit
  • Klaus Kock, Edelgard Kutzner: Arbeit als kollegiales Handeln – Praktiken von Solidarität und Konkurrenz am Arbeitsplatz
  • Daniel Behruzi: Kampfmethode Ultimatum. Von disziplinierender Kollegialität zu widerständiger Solidarität – Fallbeispiele aus dem Gesundheitswesen
  • Horan Lee, Ronald Staples: Digitale Solidarität unter Arbeitnehmer*innen

(Dieser Blogbeitrag ist auch hier zu finden: https://giraweb.de/news/neuerscheinung-schwerpunktheft-industrielle-beziehungen-solidarit-t-der-arbeitswelt)

Call for Papers “Artificial Intelligence, Robotics and Employment Relations” – “Club of Florence” 2019

Club of Florence – Workshop 2019 ‒ Call for Papers 
“Artificial Intelligence, Robotics and Employment Relations” 

The next “Club of Florence” workshop takes place on Friday, March 29 at the University of Florence. Attached you may find a call for contributions on “Artificial Intelligence, Robotics and Employment Relations”. Please note that the deadline for workshop submissions is February 21, 2019. By this day you should submit your short papers (up to 3,000 words) in MS Word and/or PDF format to the conveners. (a detailed call for papers you may find here)

(Source of the picture: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Automation_of_thoughts.jpg)

AKempor 2019: Call for Papers!

Zum Titel „Wandel in den Standards Guter Arbeit – Chancen und Risiken für Unternehmen und Beschäftigte“ findet die AKempor 2019 Tagung am 26. und 27. September 2019 in Hamburg statt.

In diesem Rahmen können ab sofort Beiträge eingereicht werden. Details zur inhaltlichen Ausrichtung und dem Terminplan finden Sie hier.