Neue Studie von Martin und Cardinali: „Soziographie der Arbeitszufriedenheit“

Albert Martin und Luca Cardinali haben die Veränderungen der Arbeitszufriedenheit von 1984 bis 2018 (auf Basis der Daten des Sozioökonomischen Panels) untersucht und Zusammenhänge mit sozio-demografischen Variablen analysiert.

Quelle: Martin/Cardinali 2021; Screenshot von Werner Nienhüser

Die Autoren schreiben:

„Zusammenfassung

Der vorliegende Beitrag befasst sich mit der Soziographie der Arbeitszufriedenheit. In Studien zur Arbeitszufriedenheit werden soziographische Merkmale oft als Kontrollgrößen eingesetzt. Ihre Berücksichtigung bei der Datenanalyse soll die Frage beantworten, ob sich der Einfluss von Determinanten der Arbeitszufriedenheit (Arbeitsinhalte, Arbeitsbedingungen, persönliche Dispositionen usw.) für unterschiedliche Personengruppen und Situationen jeweils anders darstellt. Die Berücksichtigung von Kontrollgrößen macht aber nur dann Sinn, wenn diese selbst eine empirische Beziehung entweder zu den Determinanten der Arbeitszufriedenheit und/oder zu der Arbeitszufriedenheit selbst aufweisen. Dem vorliegenden Beitrag geht es um die Frage, ob sich Zusammenhänge zwischen bedeutsamen soziographischen Merkmalen und der Arbeitszufriedenheit aufzeigen lassen. Als Datengrundlage dienen die 35 Erhebungswellen des Sozioökonomischen Panels (SOEP) von 1984 bis 2018. Im Einzelnen betrachtet werden die Variablen Erwerbsstatus, Geschlecht, Alter, Schulabschluss, Hochschulabschluss, Berufsstatus, Betriebszugehörigkeit und Unternehmensgröße. Für die meisten dieser Größen ergeben sich, wenn überhaupt, nur sehr schwache statistische Beziehungen mit der Arbeitszufriedenheit. Eine Ausnahme macht der Berufsstatus. Die Qualifikationsanforderungen, die sich damit verknüpfen und die hierarchische Position haben einen beachtlichen Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit. Bemerkenswert ist die große Stabilität der Befunde über alle Erhebungsjahre von 1984 bis 2018 hinweg.“ (Martin/Cardinali 2021: 4).

Martin, A./Cardinali, L. (2021): Soziographie der Arbeitszufriedenheit. Schriften aus dem Institut für Mittelstandsforschung der Universität Lüneburg, Heft 61, Lüneburg
(Download möglich unter: https://albertxmartin.com/beitraege/)

Rückblick auf die digitale Jahrestagung der AKempor 2021

Am 6. und 7. Mai 2021 fand die Jahrestagung des Arbeitskreises für Empirische Personal- und Organisationsforschung (AKempor) statt. Die Veranstaltung wurde von Thomas Behrends und Susanne Royer vom IIM ausgerichtet. Da gemäß der aktuellen Corona-Richtlinie der Europa-Universität Flensburg keine Tagungen in Präsenz durchgeführt werden können, wurde ein digitales Veranstaltungsformat angeboten.

Zu dem thematischen Schwerpunkt der Tagung – „Transformation durch Organisation“ – sowie zu anderen Themen der empirischen Personal- und Organisationsforschung wurden zahlreiche spannende Beiträge eingereicht. Im Rahmen der AKempor wurden insgesamt 20 „Full Paper“- und „Work in Progress“-Vorträge gehalten. Die Themen- und Methodenvielfalt des Arbeitskreises spiegelt sich auch in der Verortung der Teilnehmenden in ganz unterschiedlichen Teildisziplinen – wie der (Arbeits-)Psychologie, der Organisationssoziologie und der Personalwirtschaftslehre – wider.

Erstmalig wurde auch ein internationales Symposium – organisiert von Susanne Royer – in das Tagungsprogramm der AKempor integriert. Das Schwerpunktthema des vierten International Research Symposium „Networks in changing business ecosystems“ war insbesondere dazu angedacht, Forschende mit unterschiedlichem Hintergrund zusammenzubringen, um sich zu Erkenntnissen und Forschungsergebnissen zu diesem Thema auszutauschen.

Insbesondere das englischsprachige Forschungssymposium zog auch viele internationale Teilnehmende aus der ganzen Welt – so bspw. aus Australien und Brasilien – an. Aber auch für die Mitglieder der AKempor aus Österreich und der Schweiz wurde die Teilnahme an einer Tagung in Flensburg mit Sicherheit erheblich erleichtert durch das digitale Format. Mit insgesamt knapp 80 Teilnehmer*innen war die diesjährige Tagung, die unter ungewöhnlichen Umständen stattgefunden hat, ein voller Erfolg für den interdisziplinären und internationalen fachlichen Austausch!

Tagung 2019 – Rückblick

Danke an Ortrud Leßmann, Dorothea Alewell und alle Beitragenden für die Ausrichtung der Tagung 2019!

Die Fotografin Anna Jablonski hat viele schöne Bilder von der Tagung gemacht. Ein kleine Auswahl finden Sie unter der Überschrift „Rückblick“ online: https://www.sga.uni-hamburg.de/events/akempor/rueckblick.html

Mehr Informationen finden Sie hier: https://akempor.wordpress.com/tagungen/tagung-2019/

Copyright UHH/Anna Jablonski

Hinzuweisen ist auf den Call for Papers für das Sonderheft der Zeitschrift Management Revue, das aus der Tagung entstehen soll. Einreichungsschluss ist der 31. Oktober.

 

Neue Publikation: Martin, A. 2019: Kollektive Entscheidungsprozesse

Martin, A. 2019: Kollektive Entscheidungsprozesse. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft)

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Kollektive Entscheidungsprozesse entwickeln nicht selten eine Komplexität, die die Komplexität ihres Entscheidungsgegenstandes weit übertrifft. Sie sind oft unberechenbar, unstetig und voller überraschender Wendungen. Mehrdeutigkeit und Unbestimmheit prägen das Geschehen. Komplikationen entstehen zudem dadurch, dass sich die Suche nach Problemlösungen oft untrennbar mit interessenpolitischen Auseinandersetzungen verknüpft. Aber auch das unübersichtlichste Entscheidungsgeschehen gründet nicht im Chaos, es wird, unbeschadet von allen seinen Eigenheiten und Wendungen, vielmehr maßgeblich von ganz allgemein wirksamen Handlungstendenzen und Mechanismen bestimmt. Hiermit befasst sich das vorliegende Buch. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Betrachtung der strukturellen Aspekte der Entscheidungsfindung. Bedeutsame Forschungsergebnisse werden anhand ausführlicher Schilderungen bemerkenswerter Studien illustriert und erläutert.

Das Inhaltsverzeichnis des Buches findet sich in der folgenden pdf-Datei. (Dieser Blogpost wurde zuerst hier veröffentlicht.)

Sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden Bd. 15: Qualitative Comparative Analysis (QCA)

Lasse Cronqvist

Qualitative Comparative Analysis (QCA)
Eine Einführung mit TOSMANA und dem QCA Add-In

Die mit Qualitative Comparative Analysis (QCA) verbundenen konfigurationellen Methoden haben sich in der letzten Jahrzehnten als eine eigenständige Methodenrichtung entwickelt, welche innerhalb der Sozialwissenschaften aber auch darüber hinaus vermehrt Aufmerksamkeit findet. Dabei hat rund um den ursprünglich als Qualitative Comparative Analysis bezeichneten Ansatz eine breite, sich in verschiedene Richtungen entwickelnde Methodenentwicklung stattgefunden.

Das Lehrbuch führt zuerst in die wissenschaftstheoretischen Grundlagen der konfigurationellen Methoden ein. Nach einer knappen Darstellung der mengentheoretischen Basis der Berechnungen, wird dann zuerst die ursprüngliche, auf dichotome Mengen aufbauende crisp-set QCA (csQCA) ausführlich dargestellt. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Darstellung der grundlegenden Prinzipien auch anhand von didaktischen Beispielen. Im weiteren Verlauf werden dann Weiterentwicklungen wie multi-value QCA (mvQCA) sowie das mit fuzzy-sets arbeitende fsQCA vorgestellt.

Die Ausführungen richten sich dabei vor allem an Studierende und Wissenschaftler, welche sich in die Methodik einarbeiten wollen und stellt daher eine grundlegende Einführung in die Grundideen der Analyse mit QCA dar, welche von Übungsaufgaben flankiert werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auch auf der Anwendung der Methodik mit einschlägiger Software wie TOSMANA (Tool for Small-N Analysis) und dem QCA Add-In, welches einfache Berechnungen mit den unterschiedlichen Varianten von QCA direkt in Excel ermöglicht.

Schlüsselwörter: Qualitative Comparative Analysis, QCA, fsQCA, csQCA, mvQCA, konfigurationelle Methoden

Dr. Lasse Cronqvist ist Akademischer Oberrat (LfbA) am Fach Politikwissenschaft der Universität Trier. Er beschäftigt sich intensiv mit Fragen der Methodologie in den Sozialwissenschaften und ist auch der Programmierer mehrere Programme für konfigurationelle Methoden (TOSMANA, QCA Add-In). Weitere Arbeitsfelder sind die politischen Systeme Skandinaviens und der BeNeLux-Staaten sowie die Parteienforschung mit Schwerpunkt auf liberale und grüne Parteien.

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Sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden Bd. 14: Faktorenanalyse

Pascal Jordan

Faktorenanalyse

Faktorenanalysen sind ein elementarer Bestandteil der sozialwissenschaftlichen Forschung. Als dimensionsreduzierendes Verfahren dienen sie häufig dazu, wenige, theoretisch gut interpretierbare Konstrukte auszumachen, die den Zusammenhang zwischen einer Vielzahl beobachtbarer Variablen statistisch erklären. Sie spielen somit zugleich bei der Operationalisierung nicht direkt messbarer Größen (wie z.B. Intelligenz) eine zentrale Rolle. Dieses Buch bietet eine Einführung in die Theorie der Faktorenanalyse mit Anwendungsbeispielen. Neben den klassischen Themen der Faktorwertschätzung und der Anpassung konfirmatorischer Modelle werden auch Fragen der Populationsinvarianz und Testfairness behandelt. Ferner wird auf die spezielle Rolle eindimensionaler Modelle eingegangen.

Der Fokus liegt dabei auf einem exakten Verständnis der zentralen Begriffe und Modellterme, da wohl kaum ein weiteres statistisches Verfahren derart verbreitete Missverständnisse und Fehlinterpretationen generieren kann. Insbesondere vor dem aktuellen Hintergrund einer Replikationskrise ist ein wirkliches Verständnis statistischer Verfahren gegenüber ihrer bloßen Anwendung unerlässlich. Die ausführliche Darlegung der theoretischen Begriffe in diesem Buch soll daher der notwendigen kritischen Auseinandersetzung des Forschers mit dem Verfahren dienen und insbesondere einer kochrezeptartigen Anwendung vorbeugen

Schlüsselwörter: Faktorenanalyse; Latente Variablen; Psychometrie; Messfehler

Pascal Jordan ist promovierter Statistiker. Seine Forschungsinteressen liegen in den Gebieten Psychometrie, Cognitive Modeling und stochastische Prozesse.

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